Basismodul – Kinderschutz im Tourismus

ECPAT · KINDERSCHUTZ AUF REISEN UND IM TOURISMUS

Basismodul

Grundlagen verstehen · Wissen vertiefen · Fragen beantworten

1. Einführung 2. Wissensvermittlung 3. Test

1. Einführung

Willkommen zum ersten Modul!

EINFÜHRUNG

Das Modul 1 „Basismodul” vermittelt Ihnen das notwendige Wissen, um die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zu verstehen. Ziel des Moduls ist es…

…Ihnen den internationalen rechtlichen Rahmen zum Schutz der Kindernvorzustellen.

 …die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zu definieren und Wissen zu opfern und Täter_innen zu vermitteln.

 …die Dynamiken, die involvierten Personen, Organisationen und Orte der sexuellen Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zu erklären. 

Illustration zum Lerninhalt
Kurseinführung und Hintergrundinformationen

Diese Originaltexte beschreiben den ursprünglichen Gesamtkurs. Angaben zu Auswertung und Zertifikaten beziehen sich auf die frühere Moodle-Fassung.

Willkommen!

EINFÜHRUNG

Der Schutz von Kindern ist die Verantwortung aller Erwachsenen und die sexuelle Ausbeutung von Kindern ein aktuelles und wichtiges Thema.

Durch die Nutzung dieses E-Learning-Kurses zeigen Sie und/oder Ihr Unternehmen, dass Sie Verantwortung für den Schutz von Kindern übernehmen.

Darüber hinaus ist die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus ein sensibles Thema, das für Tourismusfachleute nicht leicht anzusprechen ist. Eine verdächtige Situation richtig einzuschätzen, ist oft schwierig. Vielleicht sind Sie sich nicht sicher, wie Sie das Thema ansprechen können, vielleicht haben Sie Angst davor sich in Schwierigkeiten zu bringen oder vielleicht befürchten Sie Kund_innen abzuschrecken. Es gibt viele Fragen, die es zu beantworten gilt. 

Der E-Learning-Kurs soll Sie als Tourismusfachkraft,  -studierende oder -auszubildende darin unterstützen, das Thema zu verstehen und Ihnen zugleich Antworten auf Ihre Fragen und Sorgen geben.

Abbildung zu „Willkommen!“

Willkommen!

EINFÜHRUNG

Es unterteilt sich in drei Module:

• Das erste Modul vermittelt Ihnen das Basiswissen im Hinblick auf die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf 

  Reisen und im Tourismus. Es liefert Definitionen und schafft ein besseres Verständnis, wie und wo sexuelle 

  Ausbeutung von Kindern stattfindet sowie die notwendigen Informationen zur Gesetzeslage. 

• Das zweite Modul beantwortet die Frage, warum und wie Sie handeln können. Es stellt verschiedene 

  Instrumente zum Engagement gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus vor.

• Das dritte Modul gibt Ihnen die Möglichkeit, anhand von drei verschiedenen Situationen Reaktionsmöglichkeiten

  auszuprobieren: Im Reisebüro, als Reiseleitung oder als Reiseveranstalter. Nutzen Sie die Gelegenheit, die 

  verschiedenen Situationen durchzuspielen. Entdecken Sie, wie ihr Gegenüber reagiert und welche 

  Diskussionen entstehen können. Probieren Sie diese Situationen im Spiel aus, um im richtigen Leben vorbereitet zu sein.

Willkommen!

EINFÜHRUNG

Aufbau

Die ersten beiden Module unterteilen sich jeweils in einen Lernteil und einen Test.

Lernen 

Anhang von Fragen wird Ihr schon vorhandenes Wissen aktiviert. Durch Feedback und Erklärungen in separaten Fenstern werden Ihnen weitere Informationen angeboten. 

Test

Am Ende der ersten beiden Module werden Sie in einem Test, zu den Inhalten des Moduls befragt. Ihre Antworten werden bewertet und auf der Basis dieser Bewertung wird ein Zertifikat ausgestellt,  das Ihr Wissen und Ihr Engagement aufzeigt. Wenn die Durchführung dieses E-Learning Teil der Kinderschutzstrategie Ihres Unternehmens ist, wird Ihr Arbeitgeber gegebenenfalls eine Kopie der Bescheinigung anfragen.

Modul 3

Das Serious Game ist ein Tool, das zum Ausprobieren einlädt und in welchem es keinen zusätzlichen Test gibt.

Abbildung zu „Willkommen!“

Problembeschreibung

EINFÜHRUNG

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus ist ein schweres Verbrechen – überall!

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus wurde auf internationaler Ebene erstmals in den frühen 1990ern als drängendes Problem wahrgenommen. Die Erkenntnisse beruhten auf einer Studie zu sexuellem Missbrauch und Ausbeutung von Kindern in Südostasien durch Reisende Täter_innen. Die Rahmenbedingungen, die zur kommerziellen sexuellen Ausbeutung von Kindern beitragen, sind oftmals sehr komplex. Die Verantwortung für den Missbrauch liegt dabei niemals bei den Opfern, selbst wenn die sexuelle Beziehung einvernehmlich zu sein scheint. 

Jedes Jahr werden Schätzungen zufolge weltweit Millionen von Kindern Opfer der sexuellen Ausbeutung. Einige werden von Tourist_innen oder Reisenden sexuell ausgebeutet, andere werden gehandelt und ausgebeutet und täglich zirkulieren Bilder von sexuellem Kindesmissbrauch millionenfach im Internet.

Heutzutage übernehmen viele Reise- und Tourismusunternehmen ihre soziale Verantwortung zur Stärkung des Kinderschutzes, beispielsweise durch ihre Mitgliedschaft und die Umsetzung des Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus, kurz Kinderschutzkodex genannt. 380 Unternehmen in über 50 Ländern haben diesen Kodex bereits unterzeichnet.

Illustration zum Lerninhalt

Über ECPAT

EINFÜHRUNG

ECPAT ist ein internationales Netzwerk von 121 Organisationen in 103 Ländern.

Es fördert die globale Vernetzung und Zusammenarbeit gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern, betreibt Lobbyarbeit auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene, veröffentlicht Studien und Analysen und führt Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit durch.

ECPAT begann seine Arbeit 1990 als Kampagne End Child Prostitution in Asian Tourism. Seither hat sich das zivilgesellschaftliche Netzwerk zu einem anerkannten internationalen Akteur zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern entwickelt. Regierungen und zivilgesellschaftliche Organisationen auf der ganzen Welt erkennen ECPAT als einziges internationales NRO-Netzwerk an, das sich ausschließlich diesem Arbeitsbereich widmet. 

Abbildung zu „Über ECPAT“

Über ECPAT

EINFÜHRUNG

Die Arbeit von ECPAT wird vom Grundsatz geleitet, dass jedes Kind Anspruch auf umfassenden Schutz vor allen Formen der kommerziellen Ausbeutung und des sexuellen Missbrauchs hat. 

Als Basis dient der Artikel 34 der in 1989 in Kraft getretenen UN-Kinderrechtskonvention. ECPAT setzt sich dafür ein, dass die UN-Kinderrechtskonvention eingehalten wird, Ursachen von Missachtung aufgezeigt und Verstöße, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, verfolgt werden. Der Hauptsitz von ECPAT International befindet sich in Bangkok, Thailand, wo die Bewegung ihren Anfang nahm.

Dieser E-Learning-Kurs wurde als Teil des Projekts „Don’t Look Away, be

aware and protect children from sexual exploitation in travel and tourism!“

von verschiedenen europäischen ECPAT-Gruppen entwickelt. Das Projekt

wird von der Europäischen Union kofinanziert.

Abbildung zu „Über ECPAT“
Bedienhinweise der früheren Moodle-Fassung

Die ursprünglichen Klick- und Auswertungshinweise sind als Quelleninhalt erhalten. Diese WordPress-Seite verwendet Abschnitte und Sprunglinks.

Hinweise zur Bearbeitung

EINFÜHRUNG

Im Folgenden werden Ihnen Fragen gestellt, auf welche Sie verschiedene Antwortmöglichkeiten haben. Sie können alle Aussagen anklicken, von denen Sie annehmen, dass sie richtig sind (Mehrfachnennungen möglich).

Unterstrichene Wörter im Text beinhalten zusätzliche Informationen, welche Sie am rechten Bildschirmrand, mit einem Klick auf dieses Symbol, einsehen können.

Sie können jederzeit wieder zu Folie 1 springen, indem Sie auf dieses Symbol klicken. Ihr Fortschritt bleibt erhalten.

Voraussichtliche

Bearbeitungszeit

20 min

Abbildung zu „Hinweise zur Bearbeitung“

2. Basismodul: Wissensvermittlung

Die 13 Themen im Überblick

1. Wer ist ein Kind?
2. Welche Aussagen sind richtig? Die UN Kinderrechtskonvention…
3. Verbietet das Übereinkommen über die Rechte des Kindes die sexuelle Ausbeutung von Kindern?
4. Was ist sexuelle Ausbeutung von Kindern?
5. Was ist sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus?
6. Warum nimmt die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zu?
7. Wo findet sexuelle Ausbeutung von Kindern statt?
8. Wer ist ein typisches Opfer?
9. Welche Auswirkungen hat die sexuelle Ausbeutung auf das Kind?
10. Wie sieht ein Täter aus?
11. Wie rechtfertigen die Täter ihr Handeln?
12. Wer ermöglicht die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus?
13. Wie wird die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus gesetzlich verboten und verurteilt?

Wer ist ein Kind?

FRAGE 1/13

Ein Kind ist jede Person, die das folgende Lebensjahr noch nicht vollendet hat:

12 Jahre

14 Jahre

16 Jahre

18 Jahre

21 Jahre

Abbildung zu „Wer ist ein Kind?“

Wer ist ein Kind?

FRAGE 1/13

Laut der UN-Kinderrechtskonvention gilt jeder Mensch, der das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat als Kind. 

In Europa entsprechen alle Länder dieser

Altersgrenze, weltweit gibt es aber auch einige Länder die eine abweichende Altersgrenzen vorsehen.

Zusatzinformationen

Einige Länder

Im Jemen und in Katar liegt die Altersgrenze beispielsweise bei 16 Jahren. Somit gilt hier die Kinderrechtskonvention nicht für Personen, die 16 Jahre oder älter sind.

Abbildung zu „Wer ist ein Kind?“

Wer ist ein Kind?

FRAGE 1/13

Steht dieses Alter in Beziehung zur sexuellen Mündigkeit, dem sogenannten Schutzalter? 

Nein, das Schutzalter ist in der Konvention nicht erwähnt. Abhängig vom Land, liegt es üblicherweise zwischen 14 und 17 Jahren. In europäischen Ländern liegt das niedrigste Schutzalter beispielsweise bei 14 Jahren (z.B. in Deutschland und Italien), und das höchste bei 17 Jahren (in Irland). Der Einbezug von Personen in sexuelle Handlung, die dieses Mindestalter noch nicht erreicht haben, ist unter allen Umständen verboten, wohingegen ein Kind, welches das Mindestalter erreicht hat, sexuell aktiv sein darf. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass das Schutzalter nicht gilt, wenn das Kind ein Opfer sexueller Ausbeutung ist. 

Zusatzinformationen

Schutzalter

Als «Schutzalter» wird das Alter bezeichnet, von dem an eine Person juristisch als einwilligungsfähig bezüglich sexueller Handlungen angesehen wird. 

Abbildung zu „Wer ist ein Kind?“

Welche Aussagen sind richtig? Die UN Kinderrechtskonvention…

FRAGE 2/13

ist ein international gültiger Vertrag, welcher sich speziell auf die Rechte von Kindern bezieht. 

schützt die Rechte von Kindern in den Ländern, in denen sie ratifiziert wurde. 

ist der Menschenrechtsvertrag, welcher in kürzester Zeit von der höchsten Anzahl von Staaten ratifiziert wurde

Es gab nie zuvor einen Menschenrechtsvertrag, den in so kurzer Zeit eine solch hohe Anzahl von Staaten ratifiziert hat. 

wurde von allen Industrieländern ratifiziert.

berücksichtigt mehr Rechte für Mädchen als für Jungen. 

Was ist die Kinderrechtskonvention?

FRAGE 2/13

Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention) ist das wichtigste internationale Menschenrechtsinstrumentarium für Kinder. Es wurde 1989 in New York von der UN-Generalversammlung verabschiedet. 

Nie zuvor gab es einen Menschenrechtsvertrag, den in so kurzer Zeit eine solch hohe Anzahl von Staaten ratifiziert hat. Bis heute haben sich 196 Staaten mit ihrer Unterschrift verpflichtet, die Kinderrechtskonvention umzusetzen.

Was ist die Kinderrechtskonvention?

FRAGE 2/13

Kinder profitieren von zahlreichen in der Kinderrechtskonvention festgelegten Rechten, die in die nationale Gesetzgebung aufgenommen werden müssen. Demnach haben Kinder das Recht auf Nahrung, das Recht auf Bildung, das Recht auf Meinungsfreiheit und vieles mehr. Die Konvention unterscheidet dabei weder nach Geschlecht noch nach sozialem oder finanziellem Status, sie ist anwendbar für jedes Kind.

Abbildung zu „Was ist die Kinderrechtskonvention?“
Abbildung zu „Was ist die Kinderrechtskonvention?“

Verbietet das Übereinkommen über die Rechte des Kindes die sexuelle Ausbeutung von Kindern?

FRAGE 3/13

Ja, es verbietet die sexuelle Ausbeutung von Kindern, aber nur bis zu einem gewissen Schutzalter. 

Ja, es verbietet die sexuelle Ausbeutung von Kindern, aber nur bis zu der Altersgrenze, die vom jeweiligen Land festgelegt wurde. 

Ja, es verbietet die sexuelle Ausbeutung jeder Person, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Ja, es verbietet die sexuelle Ausbeutung von Kindern, aber nur von Mädchen. Die sexuelle Ausbeutung von Jungen wird nicht erwähnt

Nein, es beschützt Kinder nicht vor sexueller Ausbeutung. Demnach ist sexuelle Ausbeutung kein Verbrechen.  

Verbietet das Übereinkommen über die Rechte des Kindes die sexuelle Ausbeutung von Kindern?

FRAGE 3/13

Die Kinderrechtskonvention verbietet die sexuelle Ausbeutung von Kindern – von Jungen ebenso wie von Mädchen. Desweiteren berücksichtigt sie kein Alter der sexuellen Mündigkeit, sondern verbietet die sexuelle Ausbeutung jeder Person, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern ist ein Verbrechen, weltweit.

Kein Kind kann ihrer oder seiner Ausbeutung zustimmen. Jedes Kind, das für sexuelle Dienstleistungen ausgenutzt wird, muss als Opfer sexueller Ausbeutung betrachtet werden. 

Zusatzinformationen

Die Kinderrechtskonvention

Der Ausschuss für die Rechte des Kindes hat empfohlen, dass die Staaten, welche die Konvention ratifiziert haben, alle geeigneten Maßnahmen ergreifen um sicherzustellen, dass das Alter der sexuellen Mündigkeit nicht mit dem Recht auf Schutz vor sexueller Ausbeutung der Kinder in Konflikt gerät.

https://www.kinderrechtskonvention.info/ausschuss-fuer-die-rechte-des-kindes-361/ 

Abbildung zu „Verbietet das Übereinkommen über die Rechte des Kindes die sexuelle Ausbeutung von Kindern?“

Was ist sexuelle Ausbeutung von Kindern?

FRAGE 4/13

Sexuelle Ausbeutung von Kindern zeigt sich in verschiedenen Formen, die oft miteinander in Zusammenhang stehen, so wie die Ausbeutung von Kindern in der Prostitution, Handel mit Kindern zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, sexuelle Ausbeutung von Kindern in Online Situationen und sogar Kinderehen. 

Alle Formen haben gemeinsam, dass sexuelle Dienstleistungen von Kindern im Austausch für Geld, Geschenke (z. B. Handys), Schutz oder Hilfeleistung erbracht werden. 

Abbildung zu „Was ist sexuelle Ausbeutung von Kindern?“

Was ist sexuelle Ausbeutung von Kindern?

FRAGE 4/13

Klicken Sie auf die einzelnen Infoboxen, um mehr über die Formen von sexueller Ausbeutung (auf Reisen und Tourismus) zu erfahren:

Kinder, die Opfer von Menschenhandel geworden sind, werden auch zur Erstellung von Missbrauchsabbildungen und ihrer online Verbreitung ausgebeutet

Reisende Sexualstraftäter_innen zeichnen den an Kindern begangenen sexuellen Missbrauch auf und handeln damit in entsprechenden Netzwerken.

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern 

durch Reisende fördert den Handel von Kindern

Zusatzinformationen

Sexuelle Ausbeutung 

von Kindern in 

Online Situationen

Sexuelle Ausbeutung 

von Kindern auf Reisen 

und im Tourismus

Handel von Kindern 

zum Zweck der 

sexuellen Ausbeutung

Dieser Begriff beschreibt die Nutzung einer Online Situation zur sexuellen Ausbeutung von Kindern. Er beinhaltet alle Online Situationen, welche Möglichkeiten zur sexuellen Ausbeutung von Kindern schaffen oder erleichtern. Dies beinhaltet den sexuellen Missbrauch Minderjähriger vor der Webcam sowie den Vertrieb und Besitz von Missbrauchsabbildungen. 

Dieser Begriff beinhaltet das Anwerben oder Verschleppen sowie das Verkaufen von Kindern mit der Absicht, sie sexuell auszubeuten. Die Opfer werden innerhalb der Landesgrenzen oder ins Ausland gehandelt. Ziel und Zweck des Handels mit Kindern sind vielfältig (z. B. sexuelle Ausbeutung, Kinderarbeit, organisiertes Betteln).

Dieser Begriff beschreibt die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen, die im Kontext von Reisen und/

oder im Tourismus stattfindet und touristische Infrastrukturen und Dienstleistungen einbezieht. In der Vergangenheit wurde häufig über «Kindersextourismus» gesprochen, ein Begriff, den es heute zu vermeiden gilt. Sexuelle Ausbeutung ist ein Verbrechen und ein Verstoß gegen die Kinderrechte, wohingegen der Ausdruck «Kindersextourismus» den Eindruck vermittelt, dass es sich um eine legitime Form von Tourismus handelt. Zudem kann die sexuelle Ausbeutung von Kindern nicht nur im Tourismus, sondern in alle anderen Formen des Reisens, wie Geschäftsreisen, Saison- und Migrationsarbeit, Freiwilligendiensten, oder auch bei Langzeitaufenthalten in einem anderen Land stattfinden. Auf Englisch lautet das Akronym für Sexual Exploitation of Children in the context of Travel and Tourism «SECTT».

Illustration zum Lerninhalt
Abbildung zu „Was ist sexuelle Ausbeutung von Kindern?“
Abbildung zu „Was ist sexuelle Ausbeutung von Kindern?“

Was ist sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus?

FRAGE 5/13

Ein Kind wird von einem Nachbarn sexuell missbraucht. 

Ein Kind, das ein Opfer vom Handel mit Kindern ist, wird in ein Bordell verkauft, welches von Reisenden frequentiert wird. 

Ein ausländischer Mitarbeiter eines Hotels hat Geschlechtsverkehr mit einem einheimischen Kind im Austausch gegen Geld. 

Das Kind eines Gasts wird durch einen anderen Gast sexuell missbraucht im Austausch gegen ein Geschenk. 

Ein Kind wird dazu gezwungen sich vor einer Webcam auszuziehen.

Was ist sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus?

FRAGE 5/13

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus steht oftmals im Zusammenhang mit Prostitution und dem Handel mit Kindern. 

In diesem Fall wird ein Kind, das entweder von seiner Familie, oder einem Fremden in die Prostitution gezwungen wird, durch Reisende sexuell ausgebeutet. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die Person nur für eine kurze oder eine lange Zeit im Ausland aufhält. Auch kann es sich bei dem Opfer um ein einheimisches oder ein Kind aus einer anderen Region/einem anderen Land handeln. 

Das Kind kann ein Opfer vom Handel mit Kindern sein. Ihre/seine Ausbeutung könnte durch einen Reisenden gefilmt und dann online geteilt worden sein.  Ausbeutung beinhaltet immer ein Element des Austauschs, dabei kann es sich um Geld, ein Geschenk oder auch einen Gefallen handeln. Als solches unterscheidet sich die sexuelle Ausbeutung vom sexuellen Missbrauch, welcher keinen Austausch beinhaltet. 

Warum nimmt die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zu?

FRAGE 6/13

Weil es heutzutage mehr Möglichkeiten für Reisende gibt, Kinder sexuell auszubeuten.

Weil es in den Destinationsländern keine ausreichenden Gesetze zum Schutz der Kinder gibt.

Weil lokale Polizei und Richter korrupt sind und von den Täter_innen bestochen werden. 

Weil lokale Gemeinschaften oftmals finanziell vom Tourismus abhängig sind und deshalb versuchen, jeder Nachfrage nachzukommen.

Weil das Internet die Kommunikation zwischen den Täter_innen und den in die Ausbeutung involvierten Personen erleichtert. 

Warum nimmt die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zu?

FRAGE 6/13

2015

1995

Heutzutage gibt es immer mehr Möglichkeiten für Sexualstraftäter_innen, Kinder auf Reisen und im Tourismus auszubeuten. Der internationale Tourismus hat sich zwischen 1995 und 2015 mehr als verdoppelt. Es gibt kaum Regionen in der Welt, zu denen Reisende keinen Zugang haben. Zudem ist Reisen vergleichsweise günstig geworden und die Reisenden befinden sich häufig in einer ökonomischen Überlegenheit gegenüber der lokalen Bevölkerung. 

Die Wahrnehmung «was in Thailand passiert, bleibt in Thailand» gibt reisenden Sexualstraftäter_innen ein Gefühl der Straffreiheit. Auch der sogenannte Voluntourismus – ein Markt, der in den letzten Jahren stark gewachsen ist – wird von den Sexualstraftäter_innen genutzt. Projekte, in denen Freiwillige direkt mit Kindern arbeiten, sind die beliebteste Form von Voluntourismus. Doch die Gefahr von sexuellen und körperlichen Übergriffen ist groß, denn in Voluntourismus-Projekten gibt es unzählige Gelegenheiten mit Kindern Zeit zu verbringen oder auch mit ihnen allein zu sein. 

Zusatzinformationen

Zwischen 1995 und 2015

1995 betrug das Tourismusaufkommen nach Reiseankünften noch 527 Millionen, 2015 bereits 1,2 Milliarden.

Voluntourismus beinhaltet kurze Aufenthalte in Ländern des globalen Südens, die Freiwilligenarbeit in sozialen Projekten mit Tourismus verbinden. Problematisch ist dabei, dass solche Einsätze oft den Umgang mit Kindern beinhalten, es jedoch keine Vorkehrungen zum Schutz der Kinder gibt und Freiwillige nicht ausreichend auf ihren Einsatz vorbereitet werden.

Ein Markt, der in den letzten Jahren stark gewachsen ist

2011 gingen beispielsweise rund 10 Millionen Menschen weltweit für Freiwilligenarbeit ins Ausland.

Warum nimmt die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zu?

FRAGE 6/13

Diese Aspekte, kombiniert mit dem geringen Risiko der Strafverfolgung (verursacht durch einen Mangel an gesetzlichen Maßnahmen, Korruption, ausbleibenden Meldungen einer Straftat und der Schwierigkeit der Beweisaufnahme) begünstigen die sexuelle Ausbeutung von Kindern. Die Abhängigkeit lokaler Gemeinschaften vom Tourismus trägt ebenfalls zu einem Umfeld bei, dass die sexuelle Ausbeutung von Kindern begünstigt. 

Das Internet, beziehungsweise Informations- und Kommunikationstechnologien werden von reisenden Sexualstraftäter_innen genutzt, um sich zu vernetzen, Informationen zu Kindern in den Destinationen auszutauschen oder grenzüberschreitende kriminelle Aktivitäten zu organisieren. Darüber hinaus können Täter_innen über soziale Netzwerke im Internet leicht Kontakt zu gefährdeten Kindern herstellen. 

Zusatzinformationen

Mangel an gesetzlichen Maßnahmen

Nationale Programme zur Tourismusentwicklung beinhalten zumeist keine Kinderschutzmaßnahmen. Auch wenn die sexuelle Ausbeutung von Kindern strafbar ist, mangelt es oft an der Durchsetzung, sodass die Täter_innen weiterhin die Orte auswählen können, in denen das Riskio einer Verhaftung besonders gering und die Polizei überfordert ist.

Korruption

Es ist eine gängige und akzeptierte Praxis, dass Sexualstraftäter_innen die staatlichen Akteure sowie die Familien der Kinder bestechen. Die Korruption unter den staatlichen Akteuern führt zu einer Verhinderung der Strafverfolgung – insbesondere wenn Täter_innen wohlhabend und einflussreich sind.

Ausbleibende Meldungen einer Straftat

Sexualstraftaten werden geheim gehalten und bleiben straffrei, wenn sie nicht gemeldet werden. Es gibt verschiedene Gründe für den Mangel an Meldungen, jedoch drei Hauptgründe: fehlende gesellschaftliche Wahrnehmung und Zivilcourage, Armut und strukturelle Mängel.

Schwierigkeit der Beweisaufnahme

Die Sicherstellung von Beweisen wird dadurch erschwert, dass die Täter_innen, die Kinder auf Reisen und im Tourismus sexuell ausbeuten, Reisende sind. Bis Ermittlungen eingeleitet werden, sind die Täter_innen oft schon weit weg.

Abbildung zu „Warum nimmt die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zu?“

Warum nimmt die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zu?

FRAGE 6/13

Der Beziehungsaufbau zu einem Kind mit dem Ziel, ihn oder sie sexuell auszubeuten, wird Grooming genannt. Der Missbrauch kann bei einem persönlichen «offline» Treffen zwischen Täter_in und Kind oder digital in Form von Livestreaming oder Sexting sattfinden.  Es gibt keine verlässlichen offiziellen Zahlen dazu, wie viele Kinder weltweit Opfer sexueller Ausbeutung werden. Ebenso wenig gibt es verlässliche Zahlen zu den Täter_innen, dem genauen Ausmaß des Verbrechens oder seiner Ausbreitung. 

Zwar gibt es einige Schätzungen, aber diese konzentrieren sich oft nur auf den internationalen Tourismus, ohne Berücksichtigung des Binnentourismus. Dennoch findet sich eine wachsende Zahl von Studien zivilgesellschaftlicher Organisationen, die alle zu dem Schluss kommen, dass die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zunimmt. Das Fehlen verlässlicher Daten wird darauf zurückgeführt, dass die kriminellen Handlungen verdeckt stattfinden. 

Wo findet sexuelle Ausbeutung von Kindern statt?

FRAGE 7/13

Früher mag es einen ungefähren Überblick darüber gegeben haben, wo reisende Sexualstraftäter_innen Kinder ausbeuteten, aber heute gibt kein klares Bild mehr.

Nur/zumeist in Südostasien.

Nur/zumeist in sonnigen Stranddestinationen.

Hauptsächlich an bestimmten Orten, wie Hotels oder privaten Unterkünften.

In Europa und auf allen Kontinenten weltweit.

Wo findet sexuelle Ausbeutung von Kindern statt?

FRAGE 7/13

Viele Jahre war man der Annahme, dass hauptsächlich Südostasien betroffen sei. Später kamen afrikanische Länder dazu – insbesondere Länder Nordafrikas. Heute ist diese globale «Karte» verschwommen. Weltweit sind Kinder Opfer sexueller Ausbeutung auf Reisen und im Tourismus.

Zumeist mangelt es in diesen Ländern an Gesetzen zum Schutz der Kinder oder ihre Durchsetzung ist zu schwach. Die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus ist weder an bestimmte Länder noch an bestimmte Orte gebunden. 

Sie kann in einem Hotel  – unabhängig von Preis und Komfort – am Strand, in privaten Unterkünften, in Jugendeinrichtungen, etc. stattfinden. Zwar vermeiden Täter_innen unter Umständen organisierte Touren und Mainstream-Hotels, dafür tendieren sie zu Homestays, kleineren Hotels, längerfristig vermieteten Appartements und sogenannten «Party Hostels».

Zusatzinformationen

Hotels

Viele Hotels (egal ob sie fünf Sterne oder keine Sterne besitzen) ignorieren das Problem weiterhin. Fallstudien in Westbengalen/Indien und Russland zeigten, dass der Tourismussektor das Thema oft nicht ernst genug nimmt.

Für weitere Informationen lesen Sie die „Global Study on Sexual Exploitation of Children in Travel and Tourism“ von 2016, S 61, Box 1, unter https://www.ecpat.org.uk/offenders-on-the-move-global-study-on-sexual-exploitation-of-children-in-travel-and-tourism-2016

Party Hostels

Party Hostels bieten einiges an Dienstleistung und Ausstattung, wie beispielsweise Swimmingpools, Spiele, Diskos … Studien in Kolumbien haben gezeigt, dass die sexuelle Ausbeutung von Kindern und der Missbrauch von Drogen an diesen Orten stattfindet.

Abbildung zu „Wo findet sexuelle Ausbeutung von Kindern statt?“
Abbildung zu „Wo findet sexuelle Ausbeutung von Kindern statt?“

Wo findet sexuelle Ausbeutung von Kindern statt?

FRAGE 7/13

Wer ist ein typisches Opfer?

FRAGE 8/13

Die meisten Opfer sind weiblich.

Zumeist handelt es sich um ein Kind, das in Armut lebt.

Je nach Kontext unterscheiden sich die Opfer bezüglich Geschlecht und Sexualität.

Ein Kind, das zwangsverheiratet wurde.

Das Kind ist nicht immer ein Opfer, sondern es kann die sexuelle Beziehung auch herbeigeführt oder ihr zugestimmt haben.

Wer ist ein typisches Opfer?

FRAGE 8/13

Es gibt kein typisches Opfer. 

Es kann sich um ein Mädchen, einen Jungen, einen Teenager, ein Kleinkind, ein Baby und manchmal sogar ein Kind aus einer wohlhabenden Familie handeln. 

Alle Kinder sind bis zu einem gewissen Grad gefährdet, wobei manche Lebensumstände und Zwänge – in Kombination mit dem globalen Wettbewerb um Einkommen im Tourismus, dem hohen Aufkommen von Arbeitsmigration und der weitverbreiteten Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien – das Risiko und die Gefährdung von Kindern erhöhen kann. 

Zusatzinformationen

Teenager 

Es besteht einen größere Toleranz hinsichtlich der sexuellen Ausbeutung von Jugendlichen, insbesondere bei älteren Jugendlichen, die die Altersgrenze der sexuellen Mündigkeit bereits überschritten haben.

Abbildung zu „Wer ist ein typisches Opfer?“
Abbildung zu „Wer ist ein typisches Opfer?“
Abbildung zu „Wer ist ein typisches Opfer?“
Abbildung zu „Wer ist ein typisches Opfer?“

Wer ist ein typisches Opfer?

FRAGE 8/13

Fünf Hauptrisikofaktoren können genannt werden: 

• Armut (als wichtigster Faktor) 

• ein Leben auf der Straße

• Diskriminierung und soziale Exklusion

• kulturspezifische Normen und Praktiken hinsichtlich 

  Geschlecht und Sexualität (z. B. temporäre Kinderehen)

• sozialer bzw. Gruppendruck 

Zusatzinformationen

Temporäre Kinderehen

Temporäre Kinderehen sind eine gefährliche Praxis, in der ein Kind für ein paar Stunden oder auch ein paar Monaten verheiratet wird, um sexuell oder als Arbeitskraft ausgebeutet zu werden, meist als Haushaltshilfe. Die Ehen werden für Geld durch die Eltern oder eine andere Person arrangiert.

Abbildung zu „Wer ist ein typisches Opfer?“

Wer ist ein typisches Opfer?

FRAGE 8/13

Ein Kind, welches in der Nähe eines touristischen Zentrums lebt, kann aufgrund der dort vorherrschenden hohen Nachfrage ebenfalls gefährdeter sein.

Jedes Kind ist anders und reagiert anders auf die gegebenen Lebensumstände. Dennoch erhöhen die beschriebenen Faktoren die Gefährdung eines Kindes, denn kein Kind ist vor sexueller Ausbeutung gefeit. In jedem Fall muss ein Kind, das sexuell ausgebeutet wurde, als Opfer betrachtet werden. Ihre oder seine Zustimmung kann nicht anerkannt werden, da das Kind das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Abbildung zu „Wer ist ein typisches Opfer?“

Welche Auswirkungen hat die sexuelle Ausbeutung auf das Kind?

FRAGE 9/13

Die physische Gesundheit des Kindes kann beeinträchtigt werden. Er/sie infiziert sich mit einer
sexuell übertragbaren Krankheit wie HIV oder wird schwanger. 

Das Kind schämt sich, fühlt sich schuldig und leidet unter Depressionen.

Manche Kinder sehen sich nicht als Opfer sondern glauben, dass sie die Situation kontrollieren;
sie betrachten die sexuelle Ausbeutung als etwas Normales und als die beste Möglichkeit unter
den gegebenen Lebensumständen.

In manchen Ländern werden die Kinder als Kriminelle betrachtet.

Es gibt zu wenige Angebote zur Unterstützung von Opfern.

Welche Auswirkungen hat die sexuelle Ausbeutung für das Kind?

FRAGE 9/13

Opfer sexueller Ausbeutung leiden häufig ein Leben lang unter den zahlreichen physischen, emotionalen und psychologischen Folgen. Sie können sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten infizieren  oder schwanger werden, obwohl sie selber noch Kinder sind. Viele Opfer schämen sich, fühlen sich schuldig und leiden unter Depressionen und Suizidgedanken. Erwachsenen gegenüber werden sie misstrauisch, möglicherweise aggressiv und leicht reizbar. 

Manche Opfer sind der Ansicht, dass sie es nicht verdienen gerettet zu werden oder sie trauen niemandem, der ihnen helfen möchte. Andere glauben, dass sie die Situation kontrollieren und Prostitution die beste Möglichkeit ist, unter den gegebenen Umständen Geld zu verdienen. Einige Opfer entwickeln zudem eine Abhängigkeit von den Täter_innen. 

Zusatzinformationen

Mit sexuell übertragbaren Krankheiten infizieren

Je jünger das Kind ist, desto größer ist die Gefahr, dass es infiziert wird. Entweder ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen noch nicht ausreichend vorhanden oder es besteht kein Zugang dazu.

Abbildung zu „Welche Auswirkungen hat die sexuelle Ausbeutung für das Kind?“

Welche Auswirkungen hat die sexuelle Ausbeutung für das Kind?

FRAGE 9/13

In manchen Ländern werden Kinder beschuldigt, für ihre Ausbeutung selbst verantwortlich zu sein, auch in Industrieländern. Kindern, die sich selbst nicht als Opfer betrachten und Hilfe ablehnen, kann nur schwer die notwendige Unterstützung zukommen. Viele Opfer entwickeln zudem Abhängigkeiten, welche einer Verbesserung ihrer Situation im Wege stehen.

Es gibt weltweit zu wenig Hilfeleistungen, beziehungsweise bekommen diese unzureichende finanzielle Unterstützung, um effektiv arbeiten zu können. Trotzdem schaffen es viele Opfer, die Folgen der sexuellen Ausbeutung zu überwinden. Es ist erstaunlich zu beobachten, wie belastbar Kinder sein können. Manche der Überlebenden werden sogar aktiv im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern.

Zusatzinformationen

Beschuldigt, für ihre Ausbeutung selbst verantwortlich zu sein

In Thailand und den Philippinen liegt das Schutzalter bei 16 beziehungsweise 12 Jahren. Ab einem Alter von 16 Jahren sind Kinder zudem voll schuldfähig. Aus diesem Grund können sie als Sexarbeiter_innen haftbar gemacht werden, obwohl sie noch Kinder sind. Dies widerspricht den Kinderrechtskonvention.

Industrieländern

In den USA werden Kinder, die in der Prostitution ausgebeutet werden, auf der nationalen Ebene als Opfer von Sexhandel betrachtet. Die Gesetzte der einzelnen Bundesstaaten werden jedoch oft dazu genutzt, die Kinder zu bestrafen. Minderjährige, die aufgrund von Sexarbeit verurteilt werden, kommen mit anderen Jugendlichen, die schwere Verbrechen begangen haben, in die Jugendstrafanstalten, anstatt Schutzleistungen zu erhalten.

Wie belastbar Kinder sein können

Sie können ihre Geschichten hören unter http://www.ecpat.org/survivor-voices/ 

Abbildung zu „Welche Auswirkungen hat die sexuelle Ausbeutung für das Kind?“

Wie sieht ein Täter aus?

FRAGE 10/13

Ein weißer, wohlhabender, männlicher Pädophiler mittleren Alters.

Ein Mann, egal woher.

Eine Person aus dem Ausland.

Eine Frau, die aus geschäftlichen Gründen reist.

Jemand, der auf Reisen Kinder für sexuelle Beziehungen ausfindig macht.

Es gibt kein typisches Profil.

Abbildung zu „Wie sieht ein Täter aus?“

Wie sieht ein Täter aus?

FRAGE 10/13

Es gibt kein typisches Profil von reisenden Sexualstraftäter_innen. Die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus ist sehr komplex, es sind nicht nur westliche Männer involviert sondern auch (klicken Sie auf die Felder um Beispiele zu sehen):

Der hauptsächliche Grund, warum Ausländer_innen Bogota,
Kolumbien besuchen, sind Geschäftsreisen. Die Nachfrage 

nach sexuellen Dienstleistungen steigt zwischen Montag und Donnerstag, wenn die Geschäftsreisenden in der Stadt sind.

 Geschäftsreisende 

Aktuell gibt es alamierende Berichte, welche auf die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen in North Dakota, USA, hinweisen. Die Täter sind Ölfeldarbeiter, die für eine gewisse Zeit an den Ölleitungen arbeiten. Die Ausbeutung wird oft über Backpage.com organisiert.

Saison- und Wanderarbeiter 

Die niederländische Polizei fand 2013 heraus, dass viele der verurteilten niederländischen Sexualstraftäter, die für die
sexuelle Ausbeutung von Kindern im Ausland verurteil wurden,
als Freilwillige in Waisenhäusern tätig waren (Voluntourismus).
In 13 von 85 untersuchten Fällen wurde festgestellt, dass die Kontaktaufnahme zwischen Täter und Opfer durch humanitäre
Arbeit stattgefunden hat. Die Verdächtigen leiteten oder arbeiteten
in einem Waisenhaus, einer Schule oder einer Rettungsorganisation, in einem Fall arbeitete der Verdächtige als Missionar.

Freiwillige

Die Daten zu diesem Thema sind unzureichend, aber das
Problem wurde in verschiedenen Ländern beobachtet.
Hinsichtlich der Philippinen geht ein Bericht von 2011
davon aus, dass 9 von 10 Tätern einheimische Männer sind.

Inlandsreisende

Die große Mehrheit der Täter sind Männer, aber auch Frauen
beuten Kinder sexuell aus.  Dies sind keine ganz neuen
Erkentnisse: In einer Studie mit dem Titel Child Prostitution
and Sex Tourism von 1996 wurde benannt, dass ausländische
Frauen nach Venezuela reisen, um nach „Liebe“ mit
jugendlichen Jungen zu suchen. Häufig treten Frauen
zudem als Vermittlerinnen in Erscheinung.

Frauen 

Herr Wood, ein englischer British Airways Pilot, nahm sich
2013 im Alter von 54 Jahren das Leben, nachdem er wegen
eines sexuellen Übergriffs an einem 8 Jahre alten Mädchen
in Großbritanien angeklagt wurde. Die Beweise zeigten, dass
er zwischen 2001 und 2013 während verschiedener Freiwilligen-
dienste 15 Kinder in Kenia und Uganda belästigte. Im März
2016 willigte British Airways ein, Schadensersatzleistungen an
38 Kinder zu zahlen, die von einem Piloten während seiner Aufenthalte in Afrika sexuell missbraucht wurden.

Menschen in hoch qualifizierten
Berufen, wie beispielsweise 

Piloten

Eine Untersuchung in Italien von 2008 fand heraus, dass die
Mehrheit der italienischen Täter_innen zwischen 20 und 40
Jahren alt waren, mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren.

Jugendliche und 

junge Erwachsene 

2016 wurde Herr Darantière, ein 53 Jahre alter Franzose und ehemaliger Leiter eines Seniorenheims zu 16 Jahren Haft
verurteilt, da er über 10 Jahre hinweg 41 Kinder in Sri Lanka,
Ägypten und Tunesien sexuell ausgebeutet hatte.

Menschen, die im sozialen
Bereich arbeiten, wie beispielsweise
in Seniorenheimen

2017 wurde der 40 Jahre alte französiche Soldat
M. Sebastien L. in Burkina Faso für die sexuelle Ausbeutung
eines Kindes zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Soldaten

Zusatzinformationen

Inlandsreisende: Daten zu diesem Thema

Siehe: „Global Study on Sexual Exploitation of Children in Travel and Tourism“ von 2016, Seite 55 

http://globalstudysectt.org/

Jugendliche und junge Erwachsene: Untersuchung in Italien

Siehe: ECPAT International (2008), Sexual Exploitation of Children and Adolescents in Tourism, Seite 15. 

http://www.ecpat.org/wp-content/uploads/2016/04/Thematic_Paper_CST_ENG.pdf

Wie sieht ein Täter aus?

FRAGE 10/13

Es wird heute davon ausgegangen, dass die große Mehrheit der Täter_innen Inlandsreisende sind, keine internationalen Tourist_innen. Die meisten kommen aus dem gleichen Land oder sogar der gleichen Region wie die Opfer und reisen aus beruflichen Gründen – wobei dies nicht immer der Fall ist.

Nicht alle Täter_innen sind gezielt auf der Suche nach Kindern, die sie sexuell ausbeuten können, sondern sie nutzen eine dargebotene Situation oder Möglichkeit aus. Die Ausbeutung ist also häufig nicht geplant. Täter_innen können demnach in zwei Kategorien unterteilt werden:

1-5

Prozent der Deutschen

Pädophil = Pädosexuell?

Nach Schätzungen sind ein bis fünf Prozent der Deutschen pädophil. Das bedeutet sie haben eine gestörte Sexualpräferenz für Kinder, leben diese aber nicht zwingend aus. 

Bei den meisten Pädophilen existiert das Bewusstsein, dass das Ausleben ihrer sexuellen Veranlagung einen Straftatbestand darstellt und Kinder Schaden zufügen würde. Pädosexuelle hingegen sind Pädophile, die sexuell agieren. Sie nutzen z. B. das Ausland, um Kinder sexuell zu missbrauchen oder auszubeuten, da ihnen der Zugang zu Kindern dort einfacher und das Risiko der Strafverfolgung durch ihre Anonymität vermeintlich geringer erscheint. 

situationsmotivierte Täter_innen

fixierte 

Täter_innen

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Wie sieht ein Täter aus?

FRAGE 10/13

Situationsmotivierte Täter_innen

Im Gegensatz zu pädosexuellen Täter_innen zeigen situationsmotivierte Täter_innen keine sexuelle Präferenz für Kinder oder Jugendliche. Wird ihnen jedoch die Möglichkeit zu einem sexuellen Kontakt geboten, beteiligen sie sich an der sexuellen Ausbeutung. 

Sie nutzen die Anonymität und Straffreiheit, welche sie als Reisende zu haben glauben. Unter Umständen war die Minderjährigkeit des Opfers den Täter_innen nicht bewusst. So sind situationsmotivierte Täter_innen eher an der Ausbeutung von Jugendlichen als von Kindern beteiligt. 

?

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Wie rechtfertigen die Täter ihr Handeln?

FRAGE 11/13

Was denken Sie über die folgenden uns bekannten Rechtfertigungen von Täter_innen? Erfahren Sie mehr, durch Klicken auf die Symbole.

Kinder, die in sexuelle Ausbeutung involviert sind, kommen aus armen Familien und unterstützen ihre Familie durch ihre Tätigkeit. Prostitution finanziert
ihren Lebensunterhalt und sie benötigen das Geld um zu überleben und beispielsweise ihre Geschwister
in die Schule schicken zu können. Diese Kinder auszubeuten ist eigentlich eine Hilfeleistung. 

Kinder aus Ländern des globalen Südens bekommen schon früh Verantwortung und sind reifer. Manche Mädchen werden früh verheiratet. Bevor sie 18 Jahre
alt sind haben sie bereits Kinder, verhalten sich wie Erwachsene und können deshalb nicht als Kinder betrachtet werden.  

In manchen Ländern ist es eine angestammte kulturelle Praxis, sexuelle Dienstleistungen von Kindern in Anspruch zu nehmen. Dies wird von der Gesellschaft toleriert und manchmal sogar von den Eltern und der Familie unterstützt. Deshalb mache ich nichts Falsches und respektiere die lokale Kultur. 

In manchen Ländern, beispielsweise in Asien, sehen viele Mädchen älter aus, als sie sind. Deshalb ist es schwierig zu sehen, ob sie unter 18 Jahre alt sind. Sie kokettieren und provozieren die Reisenden auf eine sexuelle Weise. Es ist nicht einfach, ihre Angebote abzulehnen.  

Zusatzinformationen

Manche Kinder müssen ihre Familien unterstützen und Prostitution kann eine Möglichkeit sein, in einer prekären Lage zu über-

leben. Dies kann aber keine Rechtfertigung für  die sexuelle Ausbeutung von Kindern mit ihren gravierenden negativen Folgen sein. Es gibt andere Wege um Kindern und Familien in Armut zu helfen.

Aufgrund ihrer Lebens-

umstände und der damit verbundenen Verant-

wortung, sind manche Kinder früher vernünftig und verhalten sich erwachsen. Dennoch sind sie immer noch Kinder und sollten zur Schule gehen, selbst wenn sie arm und verheiratet sind. Das Recht auf Bildung ist ein elementares Kinderrecht.

Es kann vorkommen, dass kulturelle Praktiken den sexuellen Missbrauch von Kindern fördern und in mancher Gemeinschaft mag die sexuelle Ausbeutung sozial akzeptiert sein. Auch gibt es Gesellschaften, in denen Kinder nach der Pubertät wie Erwachsene behandelt werden – dies betrifft vor allem Mädchen, die vielleicht dazu ermutigt werden Ausländer kennenzulernen und zu heiraten. Dennoch ist die sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Reisende keine kulturelle Praxis, sondern hat sich erst in den vergangenen Jahren parallel zum wachsenden Tourismus entwickelt. Darüber hinaus bedeutet die Ausnutzung der negativen Seiten einer kulturellen Praxis nicht, dass der/die Reisende Respekt vor der lokalen Kultur hat, da dahinter eine negative Intention steckt.

Es ist richtig, dass es schwierig sein kann das Alter von Personen, gerade auch im Ausland richtig einzuschätzen. Diese Rechtfertigung wird häufig genutzt, obwohl die Täter_innen über die Minderjährigkeit des Mädchen informiert waren. Und auch wenn nicht, schützt dies nicht vor Strafverfolgung.

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Abbildung zu „Wie rechtfertigen die Täter ihr Handeln?“
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Wer ermöglicht die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus?

FRAGE 12/13

Die Eltern und das nähere Umfeld des ausgebeuteten Kindes.

Akteure aus der Tourismus- und Reiseindustrie, wie beispielsweise Reiseveranstalter, Hoteliers und Taxifahrer_innen.

Zuhälter_innen und kriminelle Netzwerke.

Mitarbeiter_innen der Strafverfolgungsbehörden und der Justiz.

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Wer ermöglicht die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus?

FRAGE 12/13

Es gibt viele Zwischenhändler_innen, auch Vermittler_innen, Mamasans oder Zuhälter_innen genannt, die Informationen bereitstellen und den Kontakt zwischen Opfer und Ausbeuter herstellen, zumeist gegen eine finanzielle Gegenleistung. Diese Personen arbeiten sowohl im formellen wie im informellen Sektor und bekommen ihren finanziellen Anteil entweder von den Täter_innen oder den Opfern. Dabei kann es sich um Hotelmitarbeiter_innen, Taxifahrer_innen, offizielle oder illegale Touristenführer_innen, Besitzer_innen oder Haushälter_innen von Unterkünften, Straßenverkäufer_innen, Mitglieder der lokalen Gemeinschaft, Online-Plattformen etc. handeln. 

Auch die Eltern oder das nähere Umfeld des Kindes können diese Rolle einnehmen. Die Vermittler_innen sehen sich nicht unbedingt als Ausbeutende und sind sich nicht immer bewusst darüber, dass sie eine Straftat begehen. Dennoch tragen sie in einem hohen Maße zur sexuellen Ausbeutung von Kindern bei. Es bestehen viele hoch organisierte informelle Netzwerke, die eng mit Tourismusagenturen zusammenarbeiten. 

Zusatzinformationen

Touristenführer_innen

Laut einer italienischen NRO organisierten moldawische Reiseagenturen 2012 Sexreisen in das Land. Sie boten ein Apartment zur Miete an, in dessen Preis auch sexuelle Dienstleistungen inbegriffen waren – manchmal auch mit minderjährigen Mädchen.

Online-Plattformen

2010 wurde das im amerikanischen Online-Rubrikmarkt angesiedelte Werbeunternehmen Craiglist dazu gezwungen, die Erotik-Rubrik zu schließen, da nachgewiesen werden konnte, dass darüber auch Kinder gehandelt wurden.

Die eng mit Tourismusagenturen zusammenarbeiten

In Südafrika organisieren beispielsweise die Reiseagenturen aus den Herkunftsländern der Tourist_innen gemeinsam mit lokalen Zuhälter_innen, Reiseagenturen, Reiseleiter_innen, Taxifahrer_innen, Vermieter_innen, und Parkwächter_innen Sexausflüge für Tourist_innen.

Wer ermöglicht die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus?

FRAGE 12/13

In einigen Ländern besteht zudem ein hohes Ausmaß an Korruption. Diese Korruption, gepaart mit einem fehlenden Verständnis für die Illegalität der sexuellen Ausbeutung von Kindern und der Tendenz, die Opfer verantwortlich zu machen, erleichtert das Verbrechen. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass korrupte Polizist_innen, Staatsanwält_innen und Richter_innen von den Straftäter_innen bestochen werden, um in die Strafverfahren einzugreifen. So werden beispielsweise Opfer unter Druck gesetzt, ihre Anklage fallen zu lassen.

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Wie wird die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus gesetzlich verboten und verurteilt?

FRAGE 13/13

Jedes Land der Welt verbietet die sexuelle Ausbeutung von Kindern.

Nur sehr wenige Länder weltweit leiten eine Strafverfolgung aufgrund der sexuellen Ausbeutung von Kindern ein.

Abhängig von ihrem Status, profitieren Kinder von speziellen Schutzmaßnahmen innerhalb der Strafgerichtsverfahren.

Wenn ein Täter das Land, in welchem er ein Kind missbraucht hat, verlässt, kann er nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden.

Die Straftat der sexuellen Ausbeutung von Kindern kann im Heimatland des Täters oder in dem Land, indem sie begangen wurde verfolgt werden. 

Wie wird die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus gesetzlich verboten und verurteilt?

FRAGE 13/13

In fast jedem Land der Welt ist die sexuelle Ausbeutung von Kindern ein Verbrechen. In manchen Ländern ist das Verbot sogar in der Verfassung verankert.

Spezielle kinderschutzorientierte Strafverfahren finden weltweit immer mehr Anwendung. Kinderschutzgesetze sind in den meisten Ländern vorhanden, jedoch ist ihre Implementierung und Durchsetzung oft problematisch. Nur sehr wenige im Ausland begangene Straftaten kommen vor Gericht. Täter_innen können auch nach Verlassen des Landes, in dem die sexuelle Ausbeutung stattgefunden hat, in ihrem Heimatland vor Gericht gestellt werden. 

Zusatzinformationen

In fast jedem Land

Jemen ist noch eines der Länder, dass sexuelle Ausbeutung nicht gesetzlich verbietet. Laut einer Studie der Sonderbeauftragten für Gewalt gegen Kinder der Vereinten Nationen von 2013 gaben 96% der befragten Länder an, dass sie die sexuelle Ausbeutung von Kindern verbieten.

In der Verfassung verankert

In den Philippinen haben Kinder beispielsweise ein verfassungsmäßiges Grundrecht auf den Schutz vor Ausbeutung.

Spezielle kinderschutzorientierte Strafverfahren finden weltweit immer mehr Anwendung. 

Damit Kinder nicht zu sehr durch das für sie schwer zu begreifende Strafverfahren belastet werden, gibt es beispielsweise die Möglichkeit, dass die Kinder als Zeug_innen in speziellen Kindervernehmungsräumen befragt werden.

In ihrem Heimatland vor Gericht gestellt werden

Dies bezieht sich auf die extraterritoriale Gesetzgebung, welche erlaubt, dass Täter_innen in ihrem Herkunftsland vor Gericht gestellt werden, auch wenn die Straftat im Ausland begangen wurde. Nach dem Deutschen Strafgesetzbuch können Sexualstraftäter_innen gemäß § 5 Nr. 8 StGB auch dann in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden, wenn die Tat im Ausland begangen wurde. Dennoch wurden nur wenige der reisenden Sexualstraftäter in Deutschland bisher vor Gericht gestellt oder verurteilt.

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Wie wird die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus gesetzlich verboten und verurteilt?

FRAGE 13/13

Hier kann eine Verurteilung nach zwei Rechtsordnungen 

stattfinden: die des Wohnsitzes und die des Landes, in dem die Tat stattgefunden hat. 

Es gibt zahlreiche Herausforderungen die dazu beitragen, dass es weltweit nur in wenigen Fällen zu Verurteilungen kommt. Zum einen werden die Straftaten viel zu selten gemeldet. Darüber hinaus gibt es verschiedene Schwierigkeiten der Strafverfolgung, wie die fehlende Bereitschaft Ermittlungen einzuleiten, die mangelnde Kooperation zwischen den Ländern, oder fehlendes Personal und Ausstattung der Behörden.

Zusatzinformationen

Zwei Rechtsordnungen

2011 hatten bereits 44 Länder, wie Frankreich, Deutschland, Österreich, Niederlande oder Großbritanien, extraterritoriale Maßnahmen erlassen, die eine Strafverfolgung von Sexualstraftäter_innen, die ihre Taten im Ausland begangen haben, ermöglichen.

Kooperation zwischen den Ländern

Es muss angemerkt werden, dass sich die Zusammenarbeit verbessert. 194 Länder sind beispielsweise Mitglied der internationalen Polizeibehörde INTERPOL. Internationale und regionale Behörden wie INTERPOL oder EUROPOL gehen aktiv gegen das Verbrechen vor und unterstützen Staaten bei transnationaler Strafverfolgung.

Abbildung zu „Wie wird die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus gesetzlich verboten und verurteilt?“
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Wir sind nun am Ende des Modul 1 „Basismodul“.

ABSCHLUSS

Sie werden dieses Modul mit einem Test abschließen, in dem Sie 10 Fragen beantworten müssen. 

Nach den Grundlagen geht es nun in Modul 2 konkret darum, was Sie als Fachkraft gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern unternehmen können. Machen Sie direkt weiter!

Wenn Sie es wünschen, können Sie auch 

das Basismodul wiederholen.

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3. Test

Die zehn Originalfragen stehen hier zur Selbstprüfung bereit. Die Lösungen und Rückmeldungen können Sie jeweils aufklappen. Es erfolgt keine automatische Bewertung oder Zertifikatsausstellung.

Testfrage 1

TEST 1/10

Bild zu Frage 1 Ecpat

Wo findet die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus statt?

  • 1. Nur in Entwicklungsländern
  • 2. Nur in Südostasien
  • 3. Hauptsächlich in Osteuropa
  • 4. Es gibt kein Land, das ausgeschlossen werden kann
Lösung und Hinweise zu Frage 1

Richtige Antwort 4: Es gibt kein Land, das ausgeschlossen werden kann

Originalrückmeldung bei Auswahl von Antwort 4:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WO FINDET ES STATT?“

Originalrückmeldung ohne Auswahl von Antwort 4:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WO FINDET ES STATT?“

Testfrage 2

TEST 2/10

Bild zur Frage

Wahr oder falsch: Es gibt mehr einheimische als ausländische Täter_innen:

  • 1. Wahr
  • 2. Falsch
Lösung und Hinweise zu Frage 2

Richtige Antwort 1: Wahr

Originalrückmeldung bei Auswahl von Antwort 1:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WIE SIEHT EIN TÄTER AUS?“

Originalrückmeldung ohne Auswahl von Antwort 1:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WIE SIEHT EIN TÄTER AUS?“

Testfrage 3

TEST 3/10

Wählen Sie: Ein Mann, der eine Reise nicht mit dem Ziel antritt, ein Kind sexuell auszubeuten, dies aber aufgrund der vorhandenen Möglichkeit tut, ist ein ________________ Täter.

  • 1. situationsmotivierter Täter
  • 2. fixierter Täter
Lösung und Hinweise zu Frage 3

Richtige Antwort 1: situationsmotivierter Täter

Originalrückmeldung bei Auswahl von Antwort 1:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WIE SIEHT EIN TÄTER AUS?“

Originalrückmeldung ohne Auswahl von Antwort 1:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WIE SIEHT EIN TÄTER AUS?“

Testfrage 4

TEST 4/10

Eine Frau, die gefährdete Kinder reisenden Sexualstraftäter_innen vorstellt und dafür eine Gegenleistung in Form von Geld, Geschenken, Gefälligkeiten oder Dienstleistungen erhält ist eine:

  • 1. Zuhälterin
  • 2. Menschenhändlerin
  • 3. Vermittlerin
  • 4. Mamasan
  • 5. Keine der oben genannten
Lösung und Hinweise zu Frage 4

Richtige Antwort 1: Zuhälterin

Richtige Antwort 2: Menschenhändlerin

Richtige Antwort 3: Vermittlerin

Richtige Antwort 4: Mamasan

Originalrückmeldung bei Auswahl von Antwort 5:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WER ERMÖGLICHT DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG VON KINDERN AUF REISEN UND IM TOURISMUS?“

Originalrückmeldung ohne Auswahl von Antwort 5:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WER ERMÖGLICHT DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG VON KINDERN AUF REISEN UND IM TOURISMUS?“

Testfrage 5

TEST 5/10

Wo können die Täter_innen strafrechtlich verfolgt werden?

  • 1. In dem Land, in dem die Straftat begangen wurde
  • 2. In dem Land, in dem er/sie ansässig ist
  • 3. In beiden Ländern
Lösung und Hinweise zu Frage 5

Richtige Antwort 3: In beiden Ländern

Originalrückmeldung bei Auswahl von Antwort 3:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WIE WIRD DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG VON KINDER AUF REISEN UND IM TOURISMUS GESETZLICH VERBOTEN UND VERURTEILT?“

Originalrückmeldung ohne Auswahl von Antwort 3:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WIE WIRD DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG VON KINDER AUF REISEN UND IM TOURISMUS GESETZLICH VERBOTEN UND VERURTEILT?“

Testfrage 6

TEST 6/10

Was ist die gefährliche Mischung, aus der sexuelle Ausbeutung besteht?

  • 1. Macht, Anonymität und Straffreiheit
  • 2. Macht, Liebe und Straffreiheit
  • 3. Liebe, Anonymität und Macht
Lösung und Hinweise zu Frage 6

Richtige Antwort 1: Macht, Anonymität und Straffreiheit

Originalrückmeldung bei Auswahl von Antwort 1:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WARUM NIMMT DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG VON KINDERN AUF REISEN UND IM TOURISMUS ZU?“

Originalrückmeldung ohne Auswahl von Antwort 1:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WARUM NIMMT DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG VON KINDERN AUF REISEN UND IM TOURISMUS ZU?“

Testfrage 7

TEST 7/10

Was hat das Risiko der sexuellen Ausbeutung von Kindern vergrößert?

  • 1. Ein massives Wachstum im Reise- und Tourismussektor
  • 2. Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeiten auf andere Länder und Regionen ausdehnen
  • 3. Bewaffnete Konflikte oder Naturkatastrophen, die die Armut der lokalen Bevölkerung verstärken
  • 4. Alle der oben genannten Punkte
Lösung und Hinweise zu Frage 7

Richtige Antwort 4: Alle der oben genannten Punkte

Originalrückmeldung bei Auswahl von Antwort 4:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WARUM NIMMT DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG VON KINDERN AUF REISEN UND IM TOURISMUS ZU?“

Originalrückmeldung ohne Auswahl von Antwort 4:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WARUM NIMMT DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG VON KINDERN AUF REISEN UND IM TOURISMUS ZU?“

Testfrage 8

TEST 8/10

Was verstärkt ein Klima der Straflosigkeit?

  • 1. Zu wenig gemeldete Fälle
  • 2. Korruption
  • 3. Schwache Gesetze
  • 4. Schwierigkeiten in der Sicherung von Beweismitteln
  • 5. Alle der oben genannten Punkte
  • 6. Keiner der oben genannten Punkte
Lösung und Hinweise zu Frage 8

Richtige Antwort 5: Alle der oben genannten Punkte

Originalrückmeldung bei Auswahl von Antwort 5:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WARUM NIMMT DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG VON KINDERN AUF REISEN UND IM TOURISMUS ZU?“

Originalrückmeldung ohne Auswahl von Antwort 5:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WARUM NIMMT DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG VON KINDERN AUF REISEN UND IM TOURISMUS ZU?“

Testfrage 9

TEST 9/10

Warum zeigen Kinder sexuelle Ausbeutungen nicht immer an?

  • 1. Weil sie sich schämen und manchmal sogar schuldig fühlen
  • 2. Weil sie denken, dass die Ausbeutung und das damit verbundene Geld in ihrer Situation gut ist
  • 3. Weil sie niemandem mehr trauen
  • 4. Alle oben genannten Punkte
Lösung und Hinweise zu Frage 9

Richtige Antwort 4: Alle oben genannten Punkte

Originalrückmeldung bei Auswahl von Antwort 4:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WELCHE AUSWIRKUNGEN HAT DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG AUF DAS KIND?“ und Modul 1: Basismodul – „WIE WIRD DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG VON KINDER AUF REISEN UND IM TOURISMUS GESETZLICH VERBOTEN UND VERURTEILT?“

Originalrückmeldung ohne Auswahl von Antwort 4:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WELCHE AUSWIRKUNGEN HAT DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG AUF DAS KIND?“ und Modul 1: Basismodul – „WIE WIRD DIE SEXUELLE AUSBEUTUNG VON KINDER AUF REISEN UND IM TOURISMUS GESETZLICH VERBOTEN UND VERURTEILT?“

Testfrage 10

TEST 10/10

Was ist kein wesentlicher Faktor dafür, dass Kinder gefährdet sind im Kontext von Reisen und Tourismus sexuell ausgebeutet zu werden?

  • 1. Neugierde
  • 2. Ein Leben auf der Straße
  • 3. Sozialer- und Gruppendruck
  • 4. Diskriminierung und soziale Exklusion
  • 5. Armut
Lösung und Hinweise zu Frage 10

Richtige Antwort 1: Neugierde

Originalrückmeldung bei Auswahl von Antwort 1:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WER IST EIN TYPISCHES OPFER?“

Originalrückmeldung ohne Auswahl von Antwort 1:

Mehr Informationen unter Modul 1: Basismodul – „WER IST EIN TYPISCHES OPFER?“

Originale Hinweise zur Testauswertung

Die ursprüngliche Bestehensgrenze betrug 80 Prozent. Die folgenden Texte beschreiben die frühere Testauswertung und Zertifikatsregelung in Moodle.

Originalrückmeldung für 0–79 %:

Leider haben Sie den Test nicht bestanden. Wiederholen Sie ihn gerne, um das Basismodul erfolgreich abzuschließen und am Ende des gesamten Kurses ein Zertifikat zu erhalten.

Originalrückmeldung für 80–100 %:

Sie haben den Test bestanden und das Basismodul erfolgreich abgeschlossen. Ihr Zertifikat steht nach Bestehen des Tests des zweiten Moduls zur Verfügung.

Quellenstand und Hinweise zur Lesefassung

Die Inhalte stammen aus den Lernpaketen von 2021 in der Moodle-Sicherung vom 16. Oktober 2026. Zahlen, Länderbeispiele und Rechtsangaben wurden nicht aktualisiert. Die ursprünglichen Fragen, Erklärungen und Rückmeldungen sind erhalten. Das Blättern erfolgt über Sprunglinks; es gibt keine SCORM-Auswertung oder Besuchssperre.